Das Livetickerwesen des Onlinejournalismus ist in vielerlei anderer Hinsicht eine Pest. Ich halte es für sagenhaft unseriös, über nicht abgeschlossene und für viele Menschen existenzielle Ereignisse – Amok, Terror, Unglücke sind dazu zu zählen – in Echtzeit zu berichten. Die Berichterstattung über den Amoklauf von Newtown 2012, den Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 oder über den Absturz der Germanwings-Maschine 2015 sind Beispiele für meines Erachtens in die Hose gegangenen Echtzeitjournalismus, die in ihrer exzessiven und nicht etwa auf Sicherheitshinweise beschränkten Form nicht nur niemand brauchte, sondern alle, die sie verfolgten, zwischenzeitlich auch auf einen falschen Stand brachte. Weiterlesen Zitiert: Liveticker bietet bei Schach-WM Mehrwert
Kategorie Medien-Blog
Eine andere Rechnung: Wie man den Rundfunkbeitrag auch senken bzw. lange Zeit weiter konstant halten könnte
In den letzten (immer vierjährigen) Beitragsperioden haben die Sender immer Erhöhungen zwischen 1,3 und 2,0 Mrd. Euro für vier Jahre anerkannt bekommen. Die normale Steigerung liegt also zwischen 300 und 500 Mio. Euro im Jahr. Wenn die Befreiungstatbestände durch die Bundesagentur für…
Zitiert: Exklusivität über Meinungen statt über Fakten
Heute in dem Zeitalter, wo wir alle alles melden können, wird es schwieriger Exklusivität über Fakten herzustellen. Das führt dazu, dass Exklusivität über Meinung produziert wird, denn das kann ich im Büro haben, eine deftige Wertung eines Trainerwechsels kriege ich auch hin, ohne irgendwo hinzufahren und einen Trainerwechsel zu recherchieren.
Das erklärt zum Teil die Veränderung, die wir im Journalismus haben.
Michael Meyen, Telepolis, 30.06.2018 (online)
Warum Hamburger Film- und Fernsehproduzenten einen Aufschwung haben
Der Aufschwung bei den Hamburger Film- und Fernsehproduzenten hat vor allem branchenspezifische Gründe. Dank neuer Streamingdienste wie Netflix und Amazon Video, die zunehmend auch deutsche Stoffe nachfragen, erleben Produktionsfirmen derzeit einen kleinen Boom. Hinzu kommt, dass die etablierten Sender verstärkt auf Ware aus heimischer Produktion setzen. Auch dies hat indirekt mit dem Siegeszug der Online-Video-Portale zu tun.
Kai-Hinrich Renner, Hamburger Abendblatt, 19.06.2018 (online)
Zitiert: Rundfunk in der Krise?
Der TV- und Hörfunkmarkt ist so dual, wie es ihre politischen Erfinder wollten – ungefähr 50/50. Gesamterträge für die Öffentlich-Rechtlichen im Jahr 2016: 9,3 Milliarden, für die privaten Rundfunkanbieter 10,7 Milliarden, vor allem Werbeeinnahmen, von uns allen als Konsumenten ebenso bezahlt. Öffentlich-rechtliche…
