Eine andere Rechnung: Wie man den Rundfunkbeitrag auch senken bzw. lange Zeit weiter konstant halten könnte

In den letzten (immer vierjährigen) Beitragsperioden haben die Sender immer Erhöhungen zwischen 1,3 und 2,0 Mrd. Euro für vier Jahre anerkannt bekommen. Die normale Steigerung liegt also zwischen 300 und 500 Mio. Euro im Jahr.

Wenn die Befreiungstatbestände durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen werden, werden zwischen 600 und 700 Mio. Euro im Jahr zusätzlich eingenommen.

Die Nettoausgaben für die Altersversorgung liegen bei 2,2 Mrd. Euro in 4 Jahren. Pro Jahr handelt es sich also um 550 Mio. Euro. Um diese Kosten könnte man die Anstalten entlasten, wenn die Altersversorgung in eine „Bad Bank“ ausgelagert wird.

Die Sportkosten liegen in Sportjahren wie 2018 laut KEF bei ca. 900 Mio. Euro. Wie hoch sie in den Nichtsportjahren sind, stellt die KEF nicht dar. Wenn diese um ein Drittel reduziert werden, hätte man in einer Beitragsperiode mindestens 600 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung – in einem Jahr stünden also 150 Mio. Euro bereit.

Wenn man das zusammen nimmt, kommt man auf Einspar-/Entlastungsmöglichkeiten von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro – im Jahr. Dies entspräche einer Beitragssenkung von ca. 2,90 bis 3,10 Euro. Wenn man die Altersversorgung nicht auslagert, liegen die Entlastungsmöglichkeiten bei 750 bis 850 Mio. Euro im Jahr, man könnte den Rundfunkbeitrag um ca. 1,65 bis 1,85 Euro senken – oder für mindestens 12 Jahr stabil halten.

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)