Zitiert: Was hat zu diesem Verfall journalistischen Wissens geführt?

Es war nicht nur der unbedingte Wille, als modern gelten zu wollen und dafür klassisches journalistisches Methodenwissen, journalistische Recherchefertigkeit notfalls über Bord zu werfen. Es war mehr. Es war und ist der Gesinnungsjournalismus, der den unglaublich vielfältigen und kritischen Journalismus der Weimarer Zeit beerdigt hat. Dieser Gesinnungsjournalismus, der Recherche durch Narrative, Unvoreingenommenheit durch eine feststehende politische Tendenz und umfassende Information durch Belehrung ersetzen will. Er feiert wieder fröhlich Urstände.

Peter Welchering, berliner-zeitung.de, 20.10.2026 (online)

Zitiert: Ableistische Übergriffigkeit

Der zuverlässigste Begleiter von Menschen mit sichtbaren Behinderungen ist die verdruckste Frage nach der Diagnose. Sie wird gestellt von Fremden, von Kollegen, von Personen, die einem neu begegnen. Die Frage mag anteilnehmend erscheinen, tatsächlich ist sie der Inbegriff ableistischer Übergriffigkeit, denn sie drängt die behinderte Person in die Defensive, reduziert sie auf ihren „Makel“, stigmatisiert sie als „anders“, nicht der Norm entsprechend, und macht sie gleichzeitig zur Expertin ihrer eigenen Abnormität und zum Studienobjekt.

Lea Streisand, sueddeutsche.de, 14.10.2026 (online)

Zitiert: Sozialer Tod im Konfliktfeld Israel/Palästina

Ja, besonders bei der Verbindung von öffentlichem Druck und beruflicher Abhängigkeit und bei den Ängsten, die die Selbstbeschränkung antreiben. In der Wissenschaft berichten Promovierende und Postdocs häufiger von Selbstzensur als Professor*innen; im Journalismus fallen die hohen Werte unter freien Mitarbeitenden auf. In…