Zitiert: Journalistischer Umgang mit der AfD

Die Frage nach dem Umgang mit der AfD stellt sich letztlich nicht nur dem MDR, sondern betrifft den gesamten ÖRR. Mit der Kündigung der Staatsverträge will die AfD „echten Reformdruck“ erzeugen und fordert die Abschaffung aller öffentlich-rechtlichen Sender. Wer der Partei die Deutungshoheit über Reformen überlässt, verliert die Debatte. Wer dagegen lediglich den Status quo verteidigt, stärkt den ÖRR ebenfalls nicht.

Glaubwürdig bleibt er nur, wenn er seine Defizite selbst angeht. Reformen müssen deshalb von innen kommen. Dafür braucht es nicht nur strukturelle Veränderungen, sondern auch den Mut, professionelle journalistische Grundsätze unter politischem Druck zu verteidigen – egal, aus welcher Ecke der kommt.

Mandy Tröger, Freitag.de, 30.10.2026 (online)