Flüchtlingsdebatte: „Alles nur Theater“?

Norbert Lammert hielt die Marbacher Schillerrede und nutzte die Gelegenheit, um über aktuelle Krisenphänomene der repräsentativen Demokratie zu reden. „Macht und Ohnmacht. Alles nur Theater?“ hatte er laut  Volker Breidecker (Süddeutsche Zeitung, 9.11.2015, online) seine Rede betitelt. Volker Breidecker verwies u.a. darauf dass Lammerts Rede „nicht durchweg eine Uraufführung (war), sie folgte über weite Strecken einem Kapitel seines aktuellen Buchs. Dem minutenlang begeistert applaudierenden Publikum blieb der Zitat-Charakter der Rede verborgen.“

 

Dass die CDU in politischen Debatten bereit ist, „Theater zu spielen“, offenbarte der damalige saarländische Ministerpräsidenten und heutige Bundesverfassungsrichter Peter Müller unter Verweis auf die Debatte zum Zuwanderungsgesetz im Jahr 2002. Peter Müller: „Die Empörung hatten wir verabredet. Das war Theater, aber legitimes Theater“. (Worte des Jahres 2002, Zeit online) Weiterlesen Flüchtlingsdebatte: „Alles nur Theater“?

„Lösungsorientierter Journalismus“

„Perspective Daily“ soll sich als Online-Medium von der klassischen Berichterstattung in Medien mit ihrem Fokus auf negativen Nachrichten und Einzelschicksalen unterscheiden. Es gehe um „lösungsorientiertem Journalismus“, der auch die Handlungsbereitschaft der Bürger  erhöhen könne. Die Autoren sind ausgebildete Wissenschaftler mit journalistischer Erfahrung. Das Team stehe im ständigen Austausch mit weiteren Wissenschaftlern, Organisationen und Fachmenschen. Die solide gesellschafts- und naturwissenschaftliche Basis aller Beiträge sei fundamental für das Konzept. Die Inhalte sollen interaktiv aufgearbeitet werden.

 

Petra Schwegler, wuv.de, 27.10.2015 (mehr online)

Zitiert: Le Monde Diplomatique gegen den Strom

Es ist die Einheitsberichterstattung aller Medien, die jedes gegen die Macht der Aktionäre gerichtete gesellschaftliche Projekt diskreditiert. Wie sollte es auch anders sein, wenn die Besitzer von Sendern und Zeitungen nach Marktkonzentration streben und von gigantischen Börsenwerten profitieren? Auf lange Sicht ist es ermüdend und sinnlos, sich mit Gleichgesinnten über die unmöglichen Äußerungen der Boulevardpresse zu empören und alle Bekannten mit wütenden Tweets zu überschwemmen.Stattdessen sollte man lieber versuchen, die Hintergründe zu verstehen.

 

Serge Halimi, Le Monde Diplomatique, 10/2015 (online)

Es fehlt: Die lesenswerte Zeitung im Netz!

„Das Absurde ist: Es existiert so ziemlich alles mögliche (inklusive eigener Facebook- und Twitter-Redaktion), aber genau das Angebot der gedruckten Zeitung in vernünftiger digitaler Form, das existiert nicht. Das muss man mehrfach schreiben, um es durch Wiederholung zu betonen: Ausgerechnet das in Print seit so vielen Jahrzehnten funktionierende Konzept wird von den deutschen Verlagen nicht einfach aufs Netz übertragen, als wäre mit der Änderung des Trägermediums plötzlich auch der inhaltliche Geschmack des Lesers ein komplett anderer. … Weiterlesen Es fehlt: Die lesenswerte Zeitung im Netz!

Übergriffe auf Journalisten: Lesenswerter MDR-Kommentar sowie Resolution von Medienunternehmen

„Seit Anfang an haben Pegida-Anhänger Journalisten bedroht. Immer wieder wurde darüber berichtet. In den vergangenen Wochen hat sich die Bedrohungslage für Berichterstatter erheblich verschärft“, berichtet Uta Deckow (Leiterin Politik-Desk MDR-Landesfunkhaus Sachsen) und stellt fest, dass der es zunimmt, nur so lange für Pressefreiheit zu sein, „solange es die eigene Meinung deckt“. Weiterlesen Übergriffe auf Journalisten: Lesenswerter MDR-Kommentar sowie Resolution von Medienunternehmen