Dokumentiert: Netzneutralität als neue Aufgabe für Landesmedienanstalten

Professor Bernd Holznagel, Medienrechtler an der Universität Münster, hat sich nachdrücklich dafür ausgesprochen, den Landesmedienanstalten rechtliche Zuständigkeiten zu geben, um unter Vielfaltsgesichtspunkten die Netzneutralität zu sichern, meldet die Funkkorrespondenz (20/2014).

Wenn die Bundesländer den Medienanstalten nicht diese Zuständigkeit geben würden, damit diese ihren Vielfaltsaufgaben Rechnung tragen könnten, „dann geht diese Angelegenheit komplett am ganzen Rundfunk vorbei“, erklärte Holznagel am 8. Mai bei der Anhörung zur Neufassung des NRW-Landesmediengesetzes (LMG) im Düsseldorfer Landtag. Weiterlesen Dokumentiert: Netzneutralität als neue Aufgabe für Landesmedienanstalten

Zitat: ARD will allen etwas bieten

So kurz, prägnant und eindeutig hatte man es bisher von der ARD noch nicht gehört. Lutz Marmor sagte es zur Tagung der Historischen Kommission der ARD: „Wir werden von allen bezahlt und schon von daher müssen wir für alle etwas bieten.“ Und er fügte hinzu: „ Allerdings werden unsere Angebote nie allen gefallen können, aber zumindest sollte in der Vielfalt des Angebots für jeden etwas dabei sein.“

 

Eine logische Konsequenz müsste nun sein, nicht mehr nur die Marktanteile anzugeben, sondern die tägliche und wöchentliche Reichweite der Programme in der gesamten Bevölkerung darzustellen.

Rundfunkbeitragsgelder für Internet-Angebote

Bernd Holznagel, Professor am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht  der Universität Münster, sagte laut Funkkorrespondenz (20/2014) bei einer Anhörung im Landtag von NRW, die aus Rundfunkbeiträgen finanzierte Medien-Stiftung „Vielfalt und Partizipation“, die lokalen und regionalen Qualitätsjournalismus finanzieren soll, könne nicht die Presse unterstützen. Allerdings begrüßte er es als „Meilenstein“, dass in dem Gesetzentwurf in Sachen Vielfaltsförderung nun über die Stiftung mit neuen Instrumenten experimentiert werden solle. Für ihn ist es zulässig, wenn die Stiftung Online-Angebote unterstützt: „Internet-Verbreitung ist verfassungsrechtlich Rundfunk.“

Produzentenallianz fordert für Praktikanten Ausnahmen vom Mindestlohn

Am 20. Mai forderte die Produzentenallianz für die Filmwirtschaft Ausnahmen vom Mindestlohn für Praktikanten. Die Regelung, dass Praktika ab sechs Wochen mit Mindestlohn zu vergüten seien, „hätte massive Auswirkungen auf den Nachwuchs bei der deutschen Film- und Fernsehproduktion“, da insbesondere „die Film- und Fernsehproduktion von beruflichen Quer-, Seiten- und Wiedereinsteigern geprägt“ sei. Weiterlesen Produzentenallianz fordert für Praktikanten Ausnahmen vom Mindestlohn

In der Kritik: „Unsägliche TV-Dokus bei der ARD“

„Hitlers Hunde und Stalin in Farbe – die Art, in der öffentlich-rechtlich Historie verbreitet wird, ist ein Skandal. Der Zuschauer wird für dumm gehalten.“ Es werde „Geschichte für Trottel“ dargestellt, schreibt Jörg Barberowski auf faz.net und stellt zur Doku „Stalin in Farbe“ fest: „. Unablässig spricht der Kommentator von Russland und den Russen. Der Zweite Weltkrieg sei ein Krieg der Russen gewesen. Haben die Dokumentarfilmer jemals davon gehört, dass die Sowjetunion ein Vielvölkerreich, Stalin ein Georgier, Trotzki ein Jude und Mikojan ein Armenier war? Dass Hunderttausende ihr Leben lassen mussten, die keine Russen waren?“

 

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