Auch wenn der Rundfunkbeitrag nicht steigt, die Gesamteinnahmen können steigen

„Wir hatten seit 2009 keine Beitragssteigerung mehr. Seither sind bei uns, ebenso wie in allen anderen Wirtschaftssektoren, moderat, aber stetig die Sachkosten gestiegen und ebenso die Tarifgehälter. Viele freie Gewerke – Produzenten, Dokumentarfilmer, Schauspieler und andere – klagen darüber, dass es zuletzt…

Warum der WDR sparen muss?

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn begründet gegenüber pro media (01/2015), warum der WDR am Programm sparen muss. Dabei greift er auf Argumente zurück, die eingängig, aber oberflächlich sind.

 

  1. „Wir werden unser Programm sichtbar reduzieren müssen. Diese Entscheidung hat die Gesellschaft getroffen. Man kann kein großes System über 12 Jahre mit dem gleichen Geld versorgen und glauben, es könnte weiterhin das Gleiche leiten.“

 

Nur, weil der Rundfunkbeitrag in seiner Höhe gleich bleibt, müssen die Gesamteinnahmen des Systems nicht gleich bleiben. Es kann die Zahl der Beitragszahler steigen, wie auch die der Werbeeinahmen bzw. Ausschüttungen durch die Töchter. Zudem: Die Sender melden bei der KEF ihren Finanzbedarf an. Die KEF erkennt im Jahresschnitt Steigerungen von 1,9% bei Sach- und 2,0% Personalkosten an. Zur Zeit verfügen die Sender über Mehreinnahmen über den anerkannten Bedarf hinaus. Nur diese Mehreinnahmen dürfen sie nicht verwenden. Weiterlesen Warum der WDR sparen muss?

Zitat: Rundfunkbeitrag und Sport

„Deutschland leistet sich mit 94 € pro Kopf eines der teuersten öffentlichen Rundfunksysteme. Mehr pro Kopf geben nur noch Norwegen und die Schweiz aus. Die Ausgaben von ARD, ZDF und Deutschlandfunk lagen 2013 bei 8,6 Mrd. €. Fast 800 Mio. € kosteten alleine die Sportsendungen, womit sich eine Zwangsabgabe sicher nicht begründen lässt.“

 

Neue Züricher Zeitung, 02.01.2015

 

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Gutachter wollen Rundfunkbeitrag abschaffen

So titelte die Mitteldeutsche Zeitung (28.12.2014). „Stoppen Schäubles Beamte die GEZ-Gebühr?“ fragte die Hamburger Morgenpost (27.12.2014). „Finanzministerium stellt Rundfunkgebühr in Frage“, hieß es bei der Berliner Zeitung.

„Der Beirat des Bundesfinanzministeriums will den Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio kippen. Der Deutsche Journalisten-Verband reagiert empört“, schreibt Joachim Huber im Tagesspiegel (29.12.2014). „Geht es nach dem wissenschaftlichen Beirat des deutschen Finanzministeriums, hat es für öffentlichrechtlichen Rundfunk nur in Ausnahmefällen Platz. Er lehnt die heutige Zwangsabgabe ab. Die Schweiz hat erst kürzlich eine solche beschlossen“, berichtet Christoph Eisenring für die NZZ (01.01.2015). Weiterlesen Gutachter wollen Rundfunkbeitrag abschaffen