Die Chefs der großen Tech-Unternehmen haben sich den KI-Nationalismus ausgedacht, um gegen staatliche Regulierung zu argumentieren. Dahinter liegt die Behauptung, dass wir uns – ähnlich wie beim Wettrüsten im Kalten Krieg – heute in einem neuen Wettlauf um künstliche Intelligenz befinden, vor allem mit China. Nur geht es ihnen nicht um die Souveränität des Nationalstaats, sondern die ihrer eigenen Macht. Sie stellen sich als diejenigen dar, die die Zukunft der menschlichen Zivilisation und des Planeten sichern. Deshalb sollen sich ihnen alle nationalen Regierungen unterordnen.
Jill Lepore, sueddeutsche.de, 30.09.2026 (online)

