Überdeckt Gewaltberichterstattung immer die Inhalte?

„Die Gipfelkonzeption ist zu einem Exzess von Sicherheitswahn und Exklusivität verkommen. Die gewaltfreie Kritik am Bestehenden, die Debatten über Wege in eine bessere Welt brauchen mehr Raum, auch in den Medien. Davon lebt Demokratie. Sie muss friedlichen Protest fördern. Globalisierungskritiker verdienen eine Gegenöffentlichkeit, solange sie keine Waffe in die Hand nehmen. Nicht weil sie per se Recht haben, sondern weil sie eine wichtige Stimme im demokratischen Streit sind. Wie fatal, dass sie nun zwischen staatlicher Terrorangst und autonomer Militanz kaum Gehör finden“, so Jan Thomsen am Sonnabend in der Berliner Zeitung (08.07.2017, online) Weiterlesen Überdeckt Gewaltberichterstattung immer die Inhalte?

Zitiert: Logik der Selbstoptimierung zerstört Vielfalt der Gesellschaft

Denkt man die Logik der Selbstoptimierung zu Ende, bedeutet zu leben immer häufiger nur, sich den wechselnden Wettbewerbsbedingungen wie eine Maschine kompromisslos anzupassen. Dabei sind die Prinzipien, nach denen viele Menschen ihr Leben ausrichten, oft ähnlich: ein Job mit hohem Ansehen und gutem Gehalt, ein attraktiver Partner, ein gesunder und leistungsfähiger Körper, ein langes Leben. So gesehen zerstört Selbstoptimierung die Vielfalt von Menschen und Lebensformen und erzeugt das genaue Gegenteil einer sozial inklusiven Gesellschaft. Der mögliche Endpunkt kollektiver Selbstoptimierung sind kopierte Existenzen.

 

Stefan Selke, Süddeutsche Zeitung, 30.06.2017 (online)

Zitiert: Wie gut Filme entstehen können

Es gibt die Talente in Deutschland, man muss nur die richtigen Leute zusammenbringen und zusammenhalten. Ein Riesenbudget, wie es zum Beispiel Tom Tykwer für sein Babylon Berlin bekam, braucht es dafür nicht: Die beteiligten Sender haben sich Das Verschwinden sechs Millionen Euro kosten lassen, 90 Drehtage gab es für das Projekt. Nicht schlecht, aber auch nicht rekordverdächtig. Spannend wird nun, ob das Fernsehpublikum die auf dem Filmfest spürbare Begeisterung teilen wird. Und wie die ARD es verkraftet, wenn trotz allem keine Tatort-Quote für sie herausspringt.

 

David Denk, Süddeutsche Zeitung, 29. Juni 2017 (online)

Zitiert: Globales Netzwerk? Monopolkapitalismus!

Bleibt man bei den frühen Vergleichen des Internets mit der Antike, die das Netz als eine Art globale Bibliothek von Alexandria priesen, so hatten Geheimdienst und Konzerne es in eine virtuelle Tabula Peutingeriana verwandelt, jene Karte der Römerstraßen, die alle Welt nutzen konnte, die jedoch immer unter der Kontrolle und im Dienste der Weltmacht stand.

 

Andrian Kreye, Süddeutsche Zeitung, 4.7.2017 (online)

Mehr Informationen bei ProSiebenSat.1 würde Gewinn nur unwesentlich schmälern

Man kann ja viele Gründe anführen, warum private Rundfunksender teilweise über den Rundfunkbeitrag finanziert werden sollten, wie es ProSieben-Sat1-Vorstand Conrad Albert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung getan hat (Zitate z.B. hier):

  • weil sie mit ihren Nachrichtensendungen mehr junge Menschen erreichen als ARD und ZDF (was nicht stimmt),
  • weil sie für das junge Publikum die mediale Grundversorgung übernehmen ( aber gehen die nicht fast alle ins Internet?),
  • weil die Finanzierung nicht an der Institution, sondern an den Inhalten festgemacht werden sollte (Sollen dann auch Zeitungen und Internetangebote Beitragsmittel erhalten?)

Weiterlesen Mehr Informationen bei ProSiebenSat.1 würde Gewinn nur unwesentlich schmälern