Zitiert: Schablonen des deutschen Fernsehens

Immer wenn eine Figur aus den Schablonen der Fernsehstandards fällt, wird das Publikum wieder mit Wucht darauf gestoßen, dass es solche Schablonen überhaupt gibt. Dass es sie aber nicht geben müsste, und dass man auch im unvermeidlichen Korsett eines anderthalbstündigen Sonntagabendkrimis etwas Neues erzählen kann. Anders erzählen, vor allem das.

Judith von Sternburg, fr.de, 27.12.2024 (online)

Zitiert: Frei zu besserem Fernsehen sein können

Frei von schlechtem Fernsehen sein zu wollen, ist ein weit einfacheres Anliegen, als frei zu deutlich besserem Fernsehen sein zu wollen. Soll heißen, erst wenn der Affekt abgeklungen ist, kann neu gestaltet werden.

Konstruktiver Vorschlag: eine neue Talkshow. Gäste und Moderation in Bademode. Ein dampfender Whirlpool. Nach Wunsch alkoholische Getränke. Die ersten zehn Minuten herrscht Sprechverbot, bis das perfekt alkalische Wasser allen Anwesenden die Alltagssorgen weggeblubbert hat. Dann beginnt das Gespräch. Sendungstitel: Das Abklingbecken.

Bernhard Heckler, Cornelius Pollmer, sueddeutsche.de, 21.06.2024 (online)

Zitiert: Was man von privaten Unterhaltungsfernsehen erwarten kann

Kann man vom privaten Unterhaltungsfernsehen erwarten, dass es nicht nur darauf schaut, was wirtschaftlich funktioniert, sondern auch ethische und moralische Standards zugrundelegt, zumindest ein bisschen? Ja, kann man. Die Sender brauchen eine staatliche Lizenz, um senden zu dürfen. Die Lizenz wird also…

Zitiert: Neue Blätter über ihre Inhalte, nicht über Zielgruppen-Forschung entwickeln

In Nannens Vorstandszeit fallen großartige publizistische Erfolge wie Geo und Art, die beide aus dem Stern heraus entwickelt worden waren. Hier trat ein weiteres Missverständnis zutage. Neue Blätter waren für uns nur über ihre Inhalte zu entwickeln und nicht über Zielgruppen-Forschung. Für uns erwuchs kreative Kompetenz aus Wissen, Qualität, Dialogfähigkeit und Empathie.

Henri Nannen, aber auch andere Redakteure verfügten über das berühmte Bauchgefühl. Er hasste die Tabellen, liebte den Diskurs und glaubte an die dadurch entstehenden Geschichten.

Manfred Bissinger, sueddeutsche.de, 11.3.2023 (online)