Zitiert: Schreiben für das Fernsehen ist eine komplizierte Sache

Besonders wenn man Unterhaltung zu aktuellen Themen schafft, das zeigt auch meine kleine Umfrage unter Kolleg:innen im Deutschen Drehbuchverband (DDV). Im Krimi waren Geschichten aus der Gegenwart und selbst Politisches bisher noch möglich. Aber auch in diesem Genre wird das Spielfeld kleiner. Statt von Gewalt zu erzählen, die aus gesellschaftlichen Konflikten entsteht, werden Bösewichter präferiert, die möglichst wenig mit uns zu tun haben. Bringen wir sie hinter Gitter, ist die Welt wieder in Ordnung.

Komme ich mit komplexeren Geschichten an, lächeln die Produzent:innen meist nur müde. „So was kann ich den Sendern gerade nicht anbieten.“ Ich kann es ihnen nicht verübeln. Seitdem der ÖRR die Budgets für das fiktionale Programm massiv gekürzt hat, ist der Markt so umkämpft wie noch nie. Hier mit einem Stoff zu überzeugen, der keinen völligen Eskapismus verspricht, ist – wenn überhaupt – nur mit sehr viel Einsatz und unter großem Risiko möglich.

Beides wollen sich viele Produzent:innen jedoch nicht leisten, zu sehr hängt ihr Job vom nächsten Film und der Gunst des Zuschauers ab. Auch für Redakteur:innen können miese Quoten und Shitstorms unangenehme Folgen haben, für uns Kreative haben sie das immer.

Karlotta Ehrenberg, taz.de, 04.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)