Der geplante KIDS Act der EU sorgt für Unruhe im Fediverse, dem Verbund unabhängiger Server rund um Mastodon. Kritiker warnen vor Altersverifikation auf jedem einzelnen Server und sehen das Ende dezentraler sozialer Netzwerke kommen. Ein Blick in den Gesetzesentwurf und auf die Technik zeigt: Ganz so dramatisch ist es nicht, einige Vorgaben stellen das Fediverse aber vor erhebliche technische und organisatorische Probleme.
„Bye Bye Fediverse“ überschrieb die österreichische Bürgerrechtsorganisation epicenter.works einen Abschnitt ihrer Analyse des KIDS Act, mit dem die EU-Kommission Kinder und Jugendliche im Netz schützen will. Der Vorwurf: Das Gesetz verschone kleine Plattformen nicht und bedeute „Altersverifikation für jede einzelne Instanz“, also für jeden einzelnen Server. Einer mit ein paar hundert Nutzern könne sich das nicht leisten. Aber was ist dieses Fediverse überhaupt, und warum wirkt ein EU-Gesetz dort anders als bei Facebook oder TikTok?
Stefan Wintermeyer, heise.de, 02.10.2026 (online)

