Zitiert: Stirbt Mastodon an Europas neuem Jugendschutz?

Der geplante KIDS Act der EU sorgt für Unruhe im Fediverse, dem Verbund unabhängiger Server rund um Mastodon. Kritiker warnen vor Altersverifikation auf jedem einzelnen Server und sehen das Ende dezentraler sozialer Netzwerke kommen. Ein Blick in den Gesetzesentwurf und auf die Technik zeigt: Ganz so dramatisch ist es nicht, einige Vorgaben stellen das Fediverse aber vor erhebliche technische und organisatorische Probleme.

„Bye Bye Fediverse“ überschrieb die österreichische Bürgerrechtsorganisation epicenter.works einen Abschnitt ihrer Analyse des KIDS Act, mit dem die EU-Kommission Kinder und Jugendliche im Netz schützen will. Der Vorwurf: Das Gesetz verschone kleine Plattformen nicht und bedeute „Altersverifikation für jede einzelne Instanz“, also für jeden einzelnen Server. Einer mit ein paar hundert Nutzern könne sich das nicht leisten. Aber was ist dieses Fediverse überhaupt, und warum wirkt ein EU-Gesetz dort anders als bei Facebook oder TikTok?

Stefan Wintermeyer, heise.de, 02.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)