Sie hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben. Das wurde zuletzt sehr deutlich, auch wenn sich die Rechtsextremisten gern in eine Opferpose werfen und so tun, als fänden sie nirgends Gehör. Die Wahrheit ist: Seit Jahren treibt die AfD die anderen Parteien und auch die Medien vor sich her. Einige Redaktionen, dazu gehören die „Frankfurter Rundschau“, die „Süddeutsche Zeitung“ und „Der Spiegel“, verzichten zwar auf Interviews mit Alice Weidel oder Tino Chrupalla, aber es bleiben für die AfD genügend Medien übrig, um sich auszubreiten. Inhaltlich bestimmt sie die Agenda ohnehin, kein Medium bleibt davon unberührt.
Was die Verhältnisse verschlimmert, ist der Flirt etlicher Medienleute mit populistischen Positionen. Hier kann die AfD einhaken. So ist eine Kulturkampf-Fraktion entstanden, die Publizisten wie den Springer-Journalisten Ulf Poschardt einschließt. Leute wie er mögen betonen, dass sie selbst mit der AfD nichts zu tun haben wollen. Doch Themen und Gestus sind oft sehr ähnlich oder sogar gleich.
Tanjev Schultz, fr.de, 21.09.2026 (online)

