Zitiert: Die zwei Welten des MDR – Regionalmarketing schlägt Journalismus

Der MDR-Intendant kann es sich nicht erklären: Einerseits genießt sein Sender immer noch hohe Akzeptanz. Andererseits gewinnt bei der Wahl in Sachsen-Anhalt eine Partei, die den MDR abschaffen will. Dabei muss man nur ins Programm schauen, um diesen Widerspruch zu verstehen. […]

Mag sein, dass die Menschen den MDR vermissen würden, der durch ihr Land tourt – aber halt nicht den, der erklären, einordnen, Zumutungen formulieren müsste. Weil die AfD genau diese Aufgabe erfolgreich als Versuch der Fernsteuerung diffamiert hat.

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Tendenz zur Heimatverklärung den Dritten Programmen schon immer ein Stück weit eingebacken war – explizit auch in den westdeutschen Bundesländern, wo der hr „Herrliches Hessen“ feiert und der NDR „Das Beste am Norden“ verspricht. Und natürlich gehört es zum öffentlich-rechtlichen Auftrag, Lebenswirklichkeit, Kultur und Vielfalt der Regionen abzubilden.

Dass die Sender in diesem Bestreben im Laufe der Zeit zu einer Art erweitertem Arm des Regionalmarketings geworden sind, war trotzdem schon immer kritikwürdig. Es blieb bislang bloß weitgehend folgenlos.

Peer Schrader, Übermedien, 06.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)