Der MDR-Intendant kann es sich nicht erklären: Einerseits genießt sein Sender immer noch hohe Akzeptanz. Andererseits gewinnt bei der Wahl in Sachsen-Anhalt eine Partei, die den MDR abschaffen will. Dabei muss man nur ins Programm schauen, um diesen Widerspruch zu verstehen. […]
Mag sein, dass die Menschen den MDR vermissen würden, der durch ihr Land tourt – aber halt nicht den, der erklären, einordnen, Zumutungen formulieren müsste. Weil die AfD genau diese Aufgabe erfolgreich als Versuch der Fernsteuerung diffamiert hat.
Zur Wahrheit gehört auch, dass die Tendenz zur Heimatverklärung den Dritten Programmen schon immer ein Stück weit eingebacken war – explizit auch in den westdeutschen Bundesländern, wo der hr „Herrliches Hessen“ feiert und der NDR „Das Beste am Norden“ verspricht. Und natürlich gehört es zum öffentlich-rechtlichen Auftrag, Lebenswirklichkeit, Kultur und Vielfalt der Regionen abzubilden.
Dass die Sender in diesem Bestreben im Laufe der Zeit zu einer Art erweitertem Arm des Regionalmarketings geworden sind, war trotzdem schon immer kritikwürdig. Es blieb bislang bloß weitgehend folgenlos.
Peer Schrader, Übermedien, 06.10.2026 (online)

