Zitiert: Warum thematische Seiten und Magazine wichtig sind

Meiner Erfahrung nach braucht es, ganz allgemein und unabhängig von den Deutschlandradio-Reformvorhaben gesagt, definierte Ausspielflächen, damit es kontinuierliche Berichterstattung jenseits bestimmter thematischer Peaks gibt. Eine Zeitung ohne regelmäßige Literaturseite wird sich weniger tief mit Literatur jenseits der Bestsellerlisten beschäftigen als eine Zeitung mit Literaturseite. Und dasselbe gilt für Medienjournalismus und damit Medienkritik: Wer sie wichtig findet, wird ihr einen klaren Platz geben müssen.

Klaus Raab, MDR Altpapier, 29.05.2026 (online)

Zitiert: Die Zeitung als Morgengebet

Hegel nannte die Zeitungslektüre einen „realistischen Morgendank“. Warum mit ihr auch das soziale Immunsystem einer Stadt schwindet. […] Wie man die Bedeutung der Vitamine erst erkannte, als Mangelerkrankungen auftraten, werden wir die Funktion redaktionell betreuter Zeitungen für die Demokratie womöglich erst begreifen,…

Zitiert: Im Digitalen sind die Inhalte nicht in der gleichen Weise materiell gebunden

Man scrollt sich durch, ruft eine Homepage auf, klickt von Link zu Link. Es gibt aber, anders als bei analogen Zeitschriften und Zeitungen, kein Produkt mehr, das allein durch seine materielle Form suggeriert: Hierin steckt das relevante popkulturelle Wissen dieses Monats. Analoge…

Zitiert: Was sagt der Abschied einer Journalistin über den Kurs des Blattes

Offenbar nicht genug für manche. Reich-Osang gibt in ihrem Abschiedstext keine Gründe an und äußert sich nicht weiter. Ebenso die Zeitung und ihr Verleger. So waten manche knietief im Konjunktiv zu allerhand Gemeine, das sich als trübe Meinungstunke in nichts von dem unterscheidet, was man der Berliner Zeitung und ihrem Verleger gern vorwirft. Umso mehr jedoch von den exzellenten Texten Reich-Osangs. Vielleicht solle man den Ostdeutschen einfach mal die „Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte“ lassen, nur so zum Spaß, sind doch nur Ossis.

Friedrich Küppersbusch, taz.de, 06.04.2026 (online)

Zitiert: Westdeutsche Verlage im Osten

Es ist tatsächlich bemerkenswert, dass der Zeitungsmarkt im Osten bis heute weitgehend von westdeutschen Verlagen geprägt ist, dass die großen überregionalen Zeitungen und Magazine in München, Frankfurt, Hamburg oder Berlin erscheinen, dass die ARD-Hauptnachrichten in Hamburg produziert werden, das ZDF seinen Sitz in Mainz hat, das Deutschlandradio seinen in Köln.

Das prägt die Perspektive. Es ist immer der verwunderte Blick aus der Ferne, von außen. Und so kann der Eindruck entstehen und auch berechtigt sein, dass „die Medien“ etwas sind, das einen von oben beäugt.

Ralf Heimann, MDR Altpapier, 20.02.2026 (online)