Man scrollt sich durch, ruft eine Homepage auf, klickt von Link zu Link. Es gibt aber, anders als bei analogen Zeitschriften und Zeitungen, kein Produkt mehr, das allein durch seine materielle Form suggeriert: Hierin steckt das relevante popkulturelle Wissen dieses Monats. Analoge Medien haben eine andere Präsenz im Raum: Man liest sie, blättert rein, legt sie ab, behält sie nach dem Lesen, legt sie auf dem Küchen- oder Wohnzimmertisch ab und kann immer wieder darauf zurückgreifen. Man muss nicht erst einen Computer öffnen und eine Seite aufrufen oder gezielt nach Beiträgen suchen. Das sind kulturelle Praktiken, die sich – jenseits der Inhalte – auf die Weltwahrnehmung auswirken.
Erika Thomalla, faz.net, 15.07.2026 (online)

