Zitiert: Medienkritik bleibt ein kleinteiliges Puzzle

Die Erfahrungen bestehen eher aus einer Desillusionierung. Substanzielle Medienkritik stößt an die Grenzen einer Status-Quo-Bewahrungspolitik der Akteure, gerät in eine Nische der Beziehungen von Erkenntnis und Interesse(n). Der Versuch, eine konstante und breiter aufgestellte Kritik-Plattform unter der Marke Grimme zu etablieren, fand keine tragfähige Mehrheit. Die Anstrengung, einen neuen Anlauf zu unternehmen, wäre aller Mühen wert. Absehbar ist eher: Es wird bei einem kleinteiligen Puzzle bleiben, das von passionierten Einzelkämpfern bestückt wird.

Uwe Kammann, npj.news, 14.07.2025 (online)

Zitiert: Durch Medienkritik beim WDR untragbar geworden

Für mich war ein erschütternder Moment, als der von mir hochgeschätzte Kollege Walter van Rossum für den WDR untragbar wurde, weil er als notorischer Medienkritiker auch die Corona-Berichterstattung und Politik medienkritisch hinterfragte. Seine Kommentare kann man finden, wie man will, sie waren auf jeden Fall hervorragend recherchiert und gehörten genauso zu einem guten Rundfunkprogramm wie die Kampagnen fürs Impfen und alles Weitere. Ich muss nicht alles richtig finden, was im Radio oder Fernsehen gesagt wird, aber ich muss das Gefühl haben, dass es möglich ist, über alles laut nachzudenken.

Mithu Sanyal, sueddeutsche.de, 19.07.2024 (online)

Zitiert: Kaum Plätze für regelmäßige und fundierte Medienkritik

Während Konzerte, Ausstellungen, Bücher, Filme, Theateraufführungen in der Regel ausführlich rezensiert werden, werden Medien als mit Abstand größte Diskurs- und Kulturunternehmen der Republik völlig vernachlässigt. Bis auf wenige Ausnahmen, die mit hoher Kompetenz überzeugen, sind Plätze regelmäßiger und fundierter Medienkritik nahezu verschwunden. Was sicher mit dazu beiträgt, dass viele Kritiker des ‚Systems’ sich mit Pauschalurteilen und rein negativen Zuschreibungen begnügen.

Karola Wille, medienpolitik.net, 30.10.2023 (online)

Zitiert: Bildjournalismus muss mehr in den Fokus der Medienkritik

Der Bildjournalismus ist noch viel zu wenig im Blick der Medienkritik, also eben auch des Medienjournalismus. Man kann mit der Auswahl von Fotos, mit Blickwinkeln, Anschnitten, Farbgebungen etc. sehr stark Emotionen schüren – und pseudo-faktische Tatsachen vermitteln. Jedes Bild ist, wenn nicht…