Es war nicht nur der unbedingte Wille, als modern gelten zu wollen und dafür klassisches journalistisches Methodenwissen, journalistische Recherchefertigkeit notfalls über Bord zu werfen. Es war mehr. Es war und ist der Gesinnungsjournalismus, der den unglaublich vielfältigen und kritischen Journalismus der Weimarer Zeit beerdigt hat. Dieser Gesinnungsjournalismus, der Recherche durch Narrative, Unvoreingenommenheit durch eine feststehende politische Tendenz und umfassende Information durch Belehrung ersetzen will. Er feiert wieder fröhlich Urstände.
Peter Welchering, berliner-zeitung.de, 20.10.2026 (online)
