„Positions“ lädt das Publikum zu verlängerten Gesprächen im Anschluss an die Filmscreenings ein. Die Filme selbst sollen in ihrer Vielschichtigkeit und Ambivalenz dazu anregen, sich mit komplexen gesellschaftlichen und geopolitischen Themen auseinanderzusetzen, einander zuzuhören, Widersprüche auszuhalten und eigene Überzeugungen zu hinterfragen. Können wir allein mit Kunst protestieren? Wie entsteht Macht innerhalb von Institutionen und wie können wir verhindern, dass wir selbst und andere sie missbrauchen? Mit diesen und weiteren Fragen setzen sich Filmemacher*innen, Festivalgäste und Publikum im Rahmen von „Positions“ auseinander. Zu den Highlights gehören zwei von der Woche der Kritik entwickelte Debattenformate, welche die herkömmliche Dynamik von Filmgesprächen aufbrechen. Am Festivalmittwoch findet nach dem Screening von „this, too, will be liquid“ und „Atlas of Disappearance“ das Diskussionsformat „Steilvorlage“ statt, in dem über den Film und dessen Kuration diskutiert wird. Am Donnerstag wird „Detention“ vom Format „Reaktionszeit“ begleitet. Dabei hört der Regisseur den eingeladenen Gästen zunächst nur zu und hat erst später die Gelegenheit, auf das Gesagte zu reagieren.
Darüber hinaus sind auch in diesem Jahr wieder zwei kostenfreie DOK Talks geplant. Programmatisch für die neu eingeführte Sektion „Fokus Ost“ steht der Talk „Ostdeutsche Perspektiven im Dokumentarfilm“. Was macht den Osten aus, welche Themen sind hier virulent und wie finden ostdeutsche Lebensrealitäten ihren Weg auf die Leinwand und in die Medien? […]
Der DOK Talk „Kino und Kampf. Der Talk zur Retrospektive“ bringt die Projektpartner der diesjährigen Retrospektive zusammen. Diese nimmt die Vielzahl analoger Kopien der Filme des revolutionären lateinamerikanischen Kinos der 1960/70er-Jahre, die sich in den Archiven von Arsenal und Bundesarchiv befinden, als ihren Ausgangspunkt. Deren Wege erzählen auch von Kooperationen zwischen ost- und westdeutschen Filmfestivals, -verleihern und -archiven – über die innerdeutsche Grenze hinweg.
Dok Leipzig, Pressemitteilung, 13.10.2026 (online)
