Zitiert: KI-Filmfestival

Zurzeit findet das erste deutsche Festival nur für KI-Filme statt – in Biberach an der Riß. Eine Expedition ins Schwäbische, wo eine Stimmung herrscht wie damals in der Garage von Bill Gates. […]

Das Credo der Veranstalter: Die Technologie ist da, und wird nicht wieder weggehen. Also kann man ihrer kreativen Verwendung auch Aufmerksamkeit widmen; allein schon, um als Filmindustriestandort nicht den Anschluss an deutlich KI-aufgeschlossene Länder wie Japan, China, auch Spanien zu verlieren. […]

Die Abspann-Credits sehen bei KI-Filmen sehr anders aus als bei Realfilmen. Hier findet sich oft nur ein einziger humaner Name – der des Prompters, der Prompterin, manchmal ein zweiter, wenn das Drehbuch noch menschengemacht ist, sonst aber nur eine Auflistung der Audio- und Videomodelle, deren Rechenleistung den Film hergestellt hat.

Der längste Film des Screenings läuft 40 Minuten. […]

Der Festivalkurator Marcel Barsotti, im Hauptberuf Filmkomponist, Batman-T-Shirt unter dem Jackett, rechtfertigt sich nach dem Screening, er habe den Film hauptsächlich deshalb ausgewählt, weil er die visuellen Möglichkeiten von KI-Filmen eindrucksvoll illustriere. Und er hat schon recht, das groteske Feuerwerk an Spezialeffekten hätte, wenn man es heute professionell von Hand herstellen wollte, wohl einen Gegenwert von 100 Millionen Dollar. In der hier gezeigten Form war es wohl annähernd umsonst.

Bernhard Heckler, sueddeutsche.de, 29.10.2026 (online)