Ein Gutteil der Mitglieder seines Aufsichtsgremiums, des Stiftungsrates, wird von der Politik nominiert, von der Regierung, den Parlamentsparteien, den Bundesländern, wie dies im ORF-Gesetz vorgesehen ist. Es ist komplex: Einerseits ist der ORF Eigentum der Allgemeinheit, und da hat die Politik natürlich eine Funktion der Steuerung, das ist das Wesen einer Demokratie. Man muss also darüber diskutieren, wie diese Funktion wahrgenommen wird, ohne dass der Eindruck einer parteipolitischen Einflussnahme entsteht. Auf der anderen Seite nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ORF zu Recht für sich in Anspruch, dass sie nicht parteipolitisch zugeordnet werden oder gar in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Und eines muss man ganz klar sagen: Die Journalistinnen und Journalisten des ORF arbeiten völlig unabhängig und weisungsfrei. […]
Als Redakteur wird man sich immer gegen politischen Einfluss zur Wehr setzen. Das ist Teil des Jobs. Es gibt im ORF sicher auch vereinzelt Leute, die von politischem Einfluss profitieren. In der Berichterstattung spielt das keine Rolle.
Ingrid Turnher, sueddeutsche.de, 02.10.2026 (online)

