Zitiert: Sind Ostdeutsche „Russlandversteher“?

„Den Ostdeutschen“ Russlandverklärung zu unterstellen, gar „Russlandverstehertum“, ist ein westdeutscher Reflex der aus der nachhaltigen Verunsicherung darüber entsteht, dass in Ostdeutschland das Wissen über die Sowjetunion, über Russland, dessen Sprache, Literatur und Kino tatsächlich – etwas – weiter ausgeprägt ist als im…

Zitiert: Was Deutschland seit Jahrzehnten nicht gelernt hat

Die eigenen Interessen klar zu formulieren. Die USA tun es, die Franzosen tun es. Deutschland hingegen schweigt darüber gerne, auch gegenüber den eigenen Wählerinnen und Wählern. Über Geld und über Interessen spricht man eben nicht. Deutsche Unternehmen lässt man Profite machen und…

Zitiert: Gibt es eine Zeitenwende?

Wer das Heute verstehen will, sollte auch die Vergangenheit kennen. Deshalb kann ich mit dem Begriff der Zeitenwende auch nichts anfangen. Denn das heißt nichts anderes als: Alles ist neu, alles muss neu definiert werden ab diesem Punkt. Ich aber sage: Bitte redet auch darüber, wie dieser Krieg entstanden ist. Ohne dass man gleich automatisch als Demokratiefeind abgestempelt wird.

Landolf Scherzer, berliner-zeitung.de, 25.10.2022 (online)

Zitiert: Absurde Gespräche

Ähnlich absurd kam mir das Gespräch vor, das Julia Jäkel und Tom Buhrow neulich in der »Zeit« über Fehler und Aufgaben des öffentlichrechtlichen Rundfunks führten, zwei Journalisten, die Topmanager deutscher Medien wurden. Die andere Seite des Schreibtischs ausprobieren, sagt man gern. Es kam mir vor, als sprächen zwei Mitglieder der Olsenbande für den Ethikrat. Die Leute, die sich in der Offentlichkeit um den bedenklichen Zustand des deutschen Journalismus sorgen, haben ihn oft selbst hergestellt. (Paid)

Alexander Osang, spiegel.de, 14.10.2022 (online)

Zitiert: Deutsche Debatten kommen einem ein wenig klein vor

Die deutschen Debatten über Sinn und Unsinn, Destruktivität und Schönheit von Social Media wie Twitter kommen einem ein wenig klein vor, wenn man bedenkt, wie sehr die Möglichkeit, sich zu äußern, sich zu informieren und Proteste zu organisieren, in anderen Gesellschaften mit Social Media verbunden ist. Irrelevant macht das unsere Twitter-Debatten nicht. Es ist nur wichtig, dabei nicht die Welt aus dem Blick zu verlieren.

Klaus Raab, MDR Altpapier, 26.9.2022 (online)