Zitiert: Juristische Sprache als Herrschaftstechnik

Juristische Sprache schreckt ab, manchmal absichtlich. Es ist eine Herrschaftstechnik, die Menschen auf Abstand hält, den Kreis derer, die etwas verstehen, klein hält. Das ist undemokratisch. Diesen Blick auf Sprache habe ich aus dem Juristischen in den Journalismus mitgenommen: zu analysieren, wie mit Sprache Barrieren aufgebaut werden und wie sich diese einreißen lassen.

Ronen Steinke, journalist.de, 08.12.2025 (online)

Zitiert: Ich muss leider noch alles auf Papier lesen

So bin ich sozialisiert, so habe ich es gelernt! Ich habe ein visuelles Gedächtnis und merke mir den Inhalt von Akten nur in Papierform. Die jüngeren Kolleginnen und Kollegen kommen mit iPad oder Laptop ins Gericht. Beneidenswert, allein schon, weil sie weniger Akten schleppen müssen. Ich hingegen muss eine Akte von vorne bis hinten „fressen“. Und ich glaube bis heute daran: Nur mit Aktenfressen gewinnt man Prozesse.

Christian Schertz, sueddeutsche.de, 15.05.2025 (online)