Zitiert: Wann ist ein Krieg ein Krieg?

Erstens: Wann ist ein Krieg ein Krieg? Offenbar mit Bezug auf einen dpa-Text findet sich in vielen wichtigen Medien hierzulande die Formulierung von „US-Militäreinsätzen“ – wie zum Beispiel im rbb-Inforadio, bei tagesschau.de und auf faz.net. „Assange wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Whistleblowerin…

Zitiert: „Das Netz tobt/wütet/flippt aus“

Was liebe ich Texte, die mit „Das Netz tobt/wütet/flippt aus“ beginnen: Denn „das Netz“ wütet ständig. Zu jeder These und ihrem Gegenteil findest du dort dreieinhalb Unterstützer, die sich zum Massenphänomen aufpusten lassen. Das Nena-Klickfutter schaffte es auf viele Medienportale. Derart entstand ein unvollständiges Meinungsbild. […] Das Netz staunt, dass pandemiebedingte Zweifel an Nenas Samstagabendunterhaltungsprogrammtauglichkeit prominentplatziert werden.

André Mielke, Berliner Zeitung, 2.11.2022

Zitiert: Afghanistan-Debakel als Folge medialer Zerrbilder

Auch das Afghanistan-Debakel im Sommer 2021 ist ein Beispiel für die Folgen (medialer) Zerrbilder. Nach dem Abzug westlicher Truppen übernahmen die islamistischen Taliban wieder das Land. Die Überraschung im Westen war groß. Allerdings war die Berichterstattung jahrelange aus den Großstädten gekommen und…

Zitiert: „Ortskräfte“ oder „Kollaborateure“

Diskutieren wir mal kurz, wie zum Wehrdienst einberufen wir Medien spuren, wenn wir kollektiv einen Tendenzbegriff wie „Ortskräfte“ übernehmen. Das sind, ohne moralische Dimension, Kollaborateure. Außenminister Maas sprach im März von der wahrscheinlichen Machtübernahme der Taliban, Verteidigungsministerin AKK im Mai von der moralischen Verantwortung gegenüber den Kollaborateuren. Das eigentliche Mirakel ist, wie klar sehenden Auges die Bundesregierung in diese Falle getapert ist – sie sich im Grunde selbst gestellt hat.

Friedrich Küppersbusch, taz.de, 29.08.2021 (online)

Klick-Tipp: Zitiert: Wie Sprache in Unfallberichten das Denken formt

Medienberichte über Verkehrsunfälle prägen unser Bild von dem, was passiert ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Wie bei der Berichterstattung entscheidend ist. Fuß- und Radverkehrsaktivist:innen kritisieren, Medien seien bei Unfallberichten oft verharmlosend. Ob das so ist und was das mit der Arbeit der Polizei zu tun hat, hat Paul Meerkamp analysiert.

Message-online.com, 05.08.2021 (online)