CDU-SPD-CSU Sondierungsergebnisse zu Medien und Digitalisierung

„Demokratie braucht eine informierte und vielfältige Öffentlichkeit. Presse- und Medienfreiheit, Medienvielfalt und -qualität sind für uns grundlegende Werte, die wir ins besondere im digitalen Zeitalter stärken müssen. Bei der Vermittlung von Meinungs- und Pressefreiheit ist die Deutsche Welle ein unverzichtbarer Akteur, den wir weiter stärken.“ –

„Wir brauchen eine Modernisierung des Kartellrechts in Bezug auf die Digitalisierung und Globalisierung der Wirtschaftswelt. Für die Vereinbarkeit des Kartellrechts mit dem Genossenschaftswesen, das wir stärken wollen, werden wir die entsprechenden Bedingungen schaffen.“

Zitiert: Logik der Selbstoptimierung zerstört Vielfalt der Gesellschaft

Denkt man die Logik der Selbstoptimierung zu Ende, bedeutet zu leben immer häufiger nur, sich den wechselnden Wettbewerbsbedingungen wie eine Maschine kompromisslos anzupassen. Dabei sind die Prinzipien, nach denen viele Menschen ihr Leben ausrichten, oft ähnlich: ein Job mit hohem Ansehen und gutem Gehalt, ein attraktiver Partner, ein gesunder und leistungsfähiger Körper, ein langes Leben. So gesehen zerstört Selbstoptimierung die Vielfalt von Menschen und Lebensformen und erzeugt das genaue Gegenteil einer sozial inklusiven Gesellschaft. Der mögliche Endpunkt kollektiver Selbstoptimierung sind kopierte Existenzen.

 

Stefan Selke, Süddeutsche Zeitung, 30.06.2017 (online)

Zitiert: Globales Netzwerk? Monopolkapitalismus!

Bleibt man bei den frühen Vergleichen des Internets mit der Antike, die das Netz als eine Art globale Bibliothek von Alexandria priesen, so hatten Geheimdienst und Konzerne es in eine virtuelle Tabula Peutingeriana verwandelt, jene Karte der Römerstraßen, die alle Welt nutzen konnte, die jedoch immer unter der Kontrolle und im Dienste der Weltmacht stand.

 

Andrian Kreye, Süddeutsche Zeitung, 4.7.2017 (online)

Zitiert: Ist die Zukunft des Lesens holzfrei?

Dies entwickelt Dana Buchzik in einem Essay in der Süddeutschen Zeitung  (07.08.2015).

 

„Mittlerweile sind die Buchkäufe im deutschsprachigen Raum seit Jahren rückläufig; die Lesezeit aber hat zugenommen.“ So sei diese von 66 Minuten im Jahre 2000 auf 101 Minuten im Jahre 2010 gestiegen, schreibt sie unter Verweis auf Sigrid Fahrer von der Stiftung Lesen. Die Stiftung habe allerdings ihren Lesebegriff erweitert: „Während die ersten Leseforscher in den Fünfzigerjahren ausschließlich Bücher berücksichtigten, wurden im Lauf der Zeit auch Heftromane, Comics und schließlich selbst Chatnachrichten in die Erhebungen einbezogen.“

 

Zum Nachlesen (online)

Zitat: Digitalisierende Bibliotheken bekommen analogen Zulauf

„Die großen Wissensspeicher wie die Bayerische Staatsbibliothek, deren Direktor jetzt Bilanz zieht, digitalisieren alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Zugleich haben die Lesesäle massenhaft Zulauf. Was ist da los?“ fragt Johan Schloemann in der Süddeutschen Zeitung (12. Februar 2015). „Während die…