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Zitiert: Kein Innehalten mehr

Zu lernen wäre aus dem neunminütigen, scharfen Wortgefecht zwischen der FDP-Politikerin und dem Talkmaster, das ausgerechnet der Militärhistoriker Sönke Neitzel mit der Bitte um rhetorische Abrüstung beendete: Dies genau sind die Zeiten, vor denen kluge Medientheoretiker immer gewarnt haben – erst wird gesendet, dann gedacht. Wenn es Podcasts und Tweets gibt, werden sie halt auch befüllt. Was, wenn sogar die, die nicht manipulieren wollen, nicht mehr innehalten?

Susan Vahabzadeh, sueddeutsche.de, 20.10.2023 (online)

Zitiert: Ist es nicht schön, mal Dinge zu sehen, die man sonst nicht sieht?

Natürlich wird es immer Menschen geben, die sich nicht fordern lassen wollen. Die Zuschauer lieben unsere Episoden oder sie hassen sie, gleichgültig lassen sie niemanden. Und an solchen Reaktionen merkt man, dass Murot eine sehr eigenständige Marke geworden ist. Sie polarisiert. Und…

Zitiert: Kaputtfusionieren statt „Gesundschrumpfen“

Ein Blick auf die Abfolge immer neuer Fusionen und Zusammenlegungen von Redaktionen privater Medien erweist sich in der Regel nicht als ein „Gesundschrumpfen“. Kaputtfusionieren scheint ein angemessenerer Begriff. Worin besteht der Mehrwert, auf immer gleiche Inhalte von Zentralredaktionen nur unterschiedliche regionale Logos zu drucken? Am ehesten dient dies dazu, die Illusion von real existierenden Regionalzeitungen aufrechtzuerhalten.

Leonhard Dobusch, netzpolitik.org, 16.10.2023 (online)

Zitiert: Wie Realität in der Fiction redaktionell überarbeitet wird

Eine Kollegin hat einen Krimi im Harz gedreht und erzählte mir, im Hintergrund waren bei einer Einstellung nur kaputte Fichtenwälder zu sehen, alles morsch und tot. Im Nachgang wurde das nachbearbeitet, weil: Das könne man dem Publikum so nicht zumuten. Und ich…

Zitiert: Murot-Tatort keine fiktionale Eigenproduktion des HR mehr

Ich bin traurig, dass ich meine Familie verliere. All die Kolleginnen und Kollegen, denen ich nach einer so langen Zusammenarbeit freundschaftlich verbunden bin, und deren Berufserfahrung und leidenschaftliche Unterstützung auf einmal wegbricht. Künftig werden wir es mit irgendwelchen außerhäusigen Produktionsfirmen zu tun haben, die halt auch mal einen Tatort machen und dann eben wieder anderes. Es wird sehr viel unpersönlicher werden. Die Heimat, die ich über dreizehn Jahre in diesem Sender hatte, gibt es dann nicht mehr.

Ulrich Tukur, sueddeutsche.de, 20.10.2023, (online)