Wer auf Facebook, TikTok und Instagram einen Link zu einem Angebot außerhalb der Plattform postet, der wird sofort bestraft: mit weniger Reichweite, weniger Sichtbarkeit, weniger Publikum. Manche Plattformen (z. B. Instagram) verbieten solche Links in Beiträgen gleich vollständig und erlauben nur: „Link in Bio“.
Um unsere Aufmerksamkeit ganz an sich zu fesseln, hat Big Tech seine Plattformen in digitale Gefängnisse verwandelt.
Die Bundesländer haben jetzt die Chance, uns daraus zu befreien: Im Entwurf des Digitalen Medienstaatsvertrags planen sie immerhin, die Benachteiligung bestimmter Inhalte zu verbieten. Doch das geht nicht weit genug.
Wir fordern: Outlinkfreiheit für alle! […]
Deshalb fordern wir die Ministerpräsident*innen der Bundesländer und die Rundfunkkommission auf:
- Plattformen müssen ihren Nutzern ermöglichen, auf allen Ebenen Outlinks zu setzen – in Texten, Bildern, Videos. Diese Links müssen direkt zu den angebotenen Inhalten außerhalb der Plattform führen, Plattformen dürfen Nutzer nicht im In-App-Browsern weiter gefangenhalten.
- Die Outlink-Diskriminierung muss für alle Inhalte verboten werden: Das Nicht-Diskriminierungsgebot des § 94 Digitale Medienstaatsvertrag darf sich nicht nur auf journalistisch-redaktionelle Angebote beschränken, sondern muss auf alle Inhalte – Websites von Vereinen und Initiativen, Blogs, Podcasts, Kulturschaffende, kleine und mittlere Unternehmen, Bildung und Wissenschaft, private Nutzer*innen – erweitert werden.
- Keine algorithmische Bestrafung von Links: Plattformen und Intermediäre mit großer Marktmacht dürfen Inhalte mit externen Links nicht mehr in Reichweite, Sichtbarkeit oder Auffindbarkeit benachteiligen – ohne Ausnahme und ohne Hintertürchen.
- Wirksame Kontrolle durchsetzen: Die Einhaltung der Outlinkfreiheit muss wirksam überwacht und bei Verstößen konsequent sanktioniert werden – unabhängig davon, wer verlinkt. Das bedeutet auch einen unabhängigen, freien Zugang für Wissenschaft und Forschung, um die Wirkungsweise von Algorithmen transparent nachzuweisen.
