Ich mache Action- und Science-Fiction-Filme, die eigentlich zu teuer sind für die deutsche Filmlandschaft. Aber mit KI lassen sich visuelle Effekte billig darstellen. Sie hilft bei Explosionen oder erschafft Figuren, die vom Dach springen und losfliegen. Dadurch kann ich Geschichten erzählen, die früher aus Kostengründen keine Chance gehabt hätten. Visuelle Effekte sind jetzt etwa 30 Prozent billiger, entwickeln sich aber so schnell, dass bald noch deutlich mehr Kosten eingespart werden dürften. Seit drei bis vier Jahren beschäftige ich mich mit Bild-Modellen, die auf einen Prompt hin Bilder erzeugen. Bald kamen Video-Modelle hinzu. […]
Aktuell sind 15 Sekunden das Maximum einer zusammenhängenden Sequenz, in der KI-generierte Figuren und das Setting durchgängig gleich gut aussehen. Diese Konsistenz des Looks ist das Problem.
Wegen KI verbringe ich mehr Zeit am Computer als früher, kann aber auch öfter am Set sein, weil mehr von meinen Projekten realisiert werden. Filme werden eher durchgewinkt, weil sie durch KI umsetzbar geworden sind. Dafür nehme ich die ein oder andere einsame Nacht am PC in Kauf.
Science-Fiction und Fantasy sind in Deutschland kleine Genres, in den USA aber sind sie Mainstream; jetzt werden auch hier solche Stoffe leichter möglich.“
Shamila Lengsfeld, sueddeutsche.de, 14.07.2026 (online)

