Durch die medial breit geführte Debatte um Christopher Nolans Hollywood-Version der „Odyssee“ wird der Film immer mehr zum Politikum. […]
Mit dem anhaltenden Erfolg des Films wird es bestimmt nicht mehr lange dauern, bis jemand auch die Sache mit dem Riesen und den Schäfchen erklärt. Bis dahin freue ich mich darüber, dass die Debatten, und natürlich erst recht die mit besonders viel Furor geführten, immer mehr Menschen in einen Film locken, der die schweren Traumata spiegelt, die Odysseus und Konsorten durch den gnadenlosen, zehnjährigen Troja-Krieg erfahren haben – und insofern als halb mystisches, halb historisches Beispiel dafür, was Krieg mit Menschen macht, ziemlich grandios ist. Dieser psychologisch wichtige, für mich wichtigste Punkt spielt allerdings in der genannten Debatte bislang kaum eine Rolle. Ist doch erstaunlich.
Jenni Zylka, MDR Altpapier, 04.08.2026 (online)

