Zitiert: Nur geringe demokratische Kultur in deutschen Redaktionen – keine Chefredaktions-Urwahl

Medien sollen demokratische Diskurse in der Öffentlichkeit stützen. Wir gehen von der Annahme aus, dass Medien dafür auch intern einen demokratischen Diskurs pflegen sollten. Wir finden es schwer vorstellbar, dass Journalistinnen und Journalisten den Menschen die Demokratie erklären, aber selbst keine Demokratie leben. Wenn sie in einer sehr hierarchischen Organisation arbeiten, können sie kaum demokratische Institutionen wirkungsvoll zur Verantwortung ziehen. Daher interessiert uns, wie in einer Redaktion Entscheidungen zustande kommen. Wir haben festgestellt, dass es in Deutschland sehr wenige institutionalisierte Formen redaktions­interner Demokratie gibt. […]

Durchaus üblich in manchen Ländern, etwa Portugal, wo es eine demokratische Kultur im Journalismus gibt, wo Journalistinnen und Journalisten etwa die Leitungsfunktionen mitbestimmen. Am anderen Ende des Spektrums liegt etwa Großbritannien: Da setzt der Mehrheitseigentümer die Chefredaktion ein, ohne dass die Betroffenen mitreden können.

Josef Trappel, taz.de, 25.04.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)