Zitiert: Journalismus hat keinen Markt

Meine Haltung ist, dass wir im Journalismus dem Problem eines Marktversagens sehr nahe sind. Der Markt würde ja bedeuten, dass es Refinanzierungsmöglichkeiten gibt für Journalistinnen und Journalisten. Die gibt es aber, wie wir sehen, kaum. Selbst die großen Verlage sagen, dass sie den Journalismus in der Form nicht weiter finanzieren können. Die SRG und andere sind auf Konzessionen, also Gebühren oder Haushaltsabgaben angewiesen. Wir haben ein strukturelles Problem in diesem Markt. Journalismus als Leistung hat keinen Markt. Wenn ich Afrika-Berichterstattung mir vorstelle, Auslandsberichterstattung mir vorstelle, wer dafür zahlungsbereit und -willig wäre, welche Mengen dann nachgefragt würden und welcher Preis da hinterlegt werden kann, dann wird es eng. Und wir sehen den amerikanischen Markt: rein kommerziell, mit einer schwachen Infrastruktur im Bereich der Auslandsberichterstattung. Das können und sollten wir uns nicht leisten. Afrika mag weit weg sein, Afrika spielt aber für unsere kulturelle Entwicklung genauso wie Migration und andere Dinge eine ganz zentrale Rolle. Wir müssen wissen, was in der Welt passiert.

Der Publizistikwissenschaftler und emeritierte Züricher Universitätsprofessor Otfried Jarren in der vom Schweizer Radioprogramm SRF 1 am 1. Februar 2019 ausgestrahlten Ausgabe der Reihe „Tagesgespräch“

Medienkorrespondenz, 30.04.2019 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)