Zitiert: In der ARD haben Info-Leute das Sagen, kaum Fürsprecher der Kultur

Kai Gniffke, der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant, ein Nachrichtenmann, darauf ist er stolz, verspricht: „Wir krempeln derzeit die ARD um, arbeiten an der größten Reform ihrer Geschichte.“ Er übertreibt nicht. Der SWR kürzt die aktuelle Kultur und Rezensionen in „Lesenswert“. Der BR streicht erfolgreiche Kulturprogramme. Die ARD zentralisiert und installiert Kompetenzcenter, das heißt, ein Sender plant für alle. Gut so, finden manche, aber was wäre, wenn es nur das Feuilleton der SZ gäbe und die F.A.Z. oder taz überflüssig würden? Für 60 Spitzentitel, Rushdies „Knife“ etwa, gibt es nur noch ein, zwei Kritiken für die ganze ARD. Eine Kritik heißt eine Meinung, das ist das Ende einer Meinungsbildung durch Meinungsvielfalt, das Ende des föderalen Prinzips unseres Landes.

Cornelia Zetzsche, faz.net, 02.04.2024 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)