Zitiert: Gab es diese Filterblasen oder auch Echokammern aber nicht immer schon?

Menschen haben schon immer mit Vorliebe jene Medien genutzt, die ihre eigene Meinung bestätigen. Wenn ich in der Zeitung das lese, was ich ohnehin schon vermutet und angenommen habe, so erzeugt das Sicherheit und kognitive Entspannung. Folglich war und ist Mediennutzung immer schon auch die Suche und das Finden nach der Bestätigung eigener Haltungen und Anschauungen, was auch Selective-Exposure-Neigung genannt wird. Das gilt für „klassische“ wie für „neue“ Medien. Bei neuen Medien wird dem Nutzer die Auswahl des eigenen zu rezipierenden Inhalts jedoch zu einem gewissen Maße abgenommen. Algorithmische Empfehlungssysteme haben die Aufgabe, relevante Inhalte zu filtern, nach ihrer Relevanz zu sortieren und schließlich anhand der Nutzerpräferenzen zu selektieren. Neben die explizite bzw. nutzergesteuerte Personalisierung tritt also die implizite Personalisierung durch den Algorithmus, sodass die Bildung einer Filterblase zum algorithmisch indizierten oder jedenfalls verstärkten Bedrohungsszenario mutiert.

KEK: 8. Konzentrationsbericht, S. 18 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)