Zitiert: Filmförderung – „Die Ampel blockiert sich selbst“

Wir sehen, dass sich die Ampelregierung auch in diesem Bereich selbst blockiert. Ich hatte in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit Branchenvertretern, die darüber klagen, dass dringender Handlungsbedarf besteht, weil die Filmwirtschaft seit Jahren auf Reformen wartet. […]

Ich halte die aktuell diskutierte Idee des Drei-Säulen-Modells grundsätzlich für den richtigen Ansatz. Zum einen handelt es sich um die Novellierung des Filmförderungsgesetzes und zum anderen um die Reform der Finanzierung durch ein Steueranreizmodell und eine Investitionsverpflichtung. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail. Wir erwarten, dass die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, endlich einen mit dem Bundesfinanzministerium konsentierten Vorschlag vorlegt. Es reicht nicht aus, hoffnungsfrohe Papiere zu produzieren, wenn die betroffenen Beteiligten, wie das Bundesfinanzministerium und die Länder, nicht von vornherein einbezogen werden. […]

Der Zeitplan ist inzwischen sehr sportlich, vielleicht sogar überambitioniert. Nach unserer Auffassung müssen alle drei Säulen als Paket gesehen und verhandelt werden. Dabei ist das Steueranreizmodell zentral. Und hier scheint das Bundesfinanzministerium noch weit weg von einer Lösung zu sein. Dadurch werden die anderen Reformvorhaben aber auch blockiert. […]

Es besteht das grundlegende Problem mit der Bundesregierung, dass sie mit Plänen vorprescht, die auch in die Zuständigkeit der Länder fallen, ohne sich mit uns zu verständigen. Die Reform der Filmförderung berührt beispielsweise die Vielfaltssicherung, wo die Kompetenz eindeutig bei den Ländern liegt. Deshalb ist es für das Ergebnis entscheidend, die Länder frühzeitig einzubinden. Das ist nicht in dem Umfang geschehen, wie es erforderlich gewesen wäre. Die Umstellung der Filmfördersystematik auf ein Steueranreizmodell hat Auswirkungen auf die Haushalte der Länder, und es ist für uns nicht akzeptabel, dass der Bund neue Modelle plant, die überwiegend die Länder finanzieren, ohne dass das kompensiert wird.

Bayerns Medienminister Florian Herrmann, faz.net, 23.04.2024 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)