Zitat: Kinder-Fernsehen verhunzt Klassiker

„Mitunter gleicht das Fernsehen einer Sondermülldeponie. Selbst Klassiker wie “Heidi”, “Biene Maja” oder “Wickie” müssen neu erzählt werden – wie in der Musik fluten Coverversionen den Markt. Die Farben sind so bunt, als hätten die Macher LSD eingeworfen, die Schnitte so schnell, als litten die Cutter an ADHS. Die Figuren sehen dreidimensional aus, bleiben aber charakterlich eindimensional. Auch die TV-Volkserzieher leisten ganze Arbeit, der Zeitgeist weht durch alle Kanäle, computeranimierte Wesen ersetzen Zeichnungen. … Das Kinderprogramm ist zum Fürchten: Die Globalisierung ist nicht zu übersehen, die amerikanische Sichtweise strahlt bis in den öffentlich-rechtlichen Kanal. Disney & Co. setzen die Standards; wer dahinter zurückbleibt, bekommt bei den Quoten ein Problem.“

 

(Matthias Iken, Hamburger Abendblatt, 18.03.2017, online)

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)