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Mai
12
Do
ganztägig „Eigentum, Medien, Öffentlichkeit“ @ Wirtschaftsuniversität Wien
„Eigentum, Medien, Öffentlichkeit“ @ Wirtschaftsuniversität Wien
Mai 12 – Mai 14 ganztägig
Tagung des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft mit dem Department of Economics der Wirtschaftsuniversität Wien Themenfelder sind: Repräsentation des Eigentums in den Medien konzentriertes und ungleich verteiltes Eigentum an Medien und Medientechnik subjektivierende Effekte des Medieneigentums Effekte[...]
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    Zitat: Das Fernsehen hat die Zuschauer, die es heranzüchtet

     

    Eines von McLuhans Mediengesetzen besagt: „Wir formen unser Werkzeug, und danach formt unser Werkzeug uns“. Diese Einsicht von McLuhan ist entscheidend für das Fernsehen der Zukunft: denn das Fernsehen, das wir derzeit haben, prägt auch seine eigene Zukunft und unsere mit. Karl Marx hatte darauf hingewiesen, dass man die Produktion nicht unabhängig von der Konsumption betrachten kann. Ein Produkt wird zum Produkt erst dadurch, dass es konsumiert wird. Ein Kleid, schreibt Marx, wird erst wirklich Kleid durch den Akt des Tragens.

     

     

    Der zukünftige Gebrauch in der Konsumption ist somit eine treibende Kraft der Produktion. In der Einleitung zur Kritik der politischen Ökonomie heißt es: „Nicht nur der Gegenstand der Konsumption, sondern auch die Weise der Konsumption wird daher durch die Produktion produziert, nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv. Die Produktion schafft also den Konsumenten.“ Anders formuliert: Das Fernsehen wird die Zuschauer haben, die es jetzt gerade heranzüchtet. Und die Bedürfnisse dieser Zuschauer werden, wenn es alleine um Abstimmung über Quoten geht – bildhaft gesprochen – immer mehr die Komplexität im Fernsehen abschaffen. Wer ständig Unterforderung produziert, produziert auch eine Konsumption, die die Spirale weiterer Unterforderungen in Gang setzt. Es entsteht ein Zwang, sich selbst ständig weiter unterbieten zu müssen. Das „Mediengesetz“ von McLuhan verweist daher in einem Doppelsinn auf die Notwendigkeit am Festhalten von Bildungsfernsehen. Viele Medienmanager verstehen unter Bildungsfernsehen fälschlicherweise ein Fernsehprogramm, in dem als „Bildung“ gelabelte Inhalte (Theater, Wissenschaft, Kunst etc.) bzw. ein als „Bildung“ gelabelter Kanon von Inhalten vorkommen muss. Tatsächlicher aber geht es im Bildungsfernsehen in einem viel entscheidenderen Sinn darum, das Fernsehen selber als Prozess der Bildung, als Produzenten von Bildung und Urteilskraft zu begreifen. In diesem Sinn ist Bildung nicht einfach etwas, das gezeigt wird, sondern ein Vorgang, der aktiven Gestaltung einer Rolle, in der Öffentlichkeit die Urteilskraft der Menschen, ihr Orientierungsvermögen und damit ihr Verständnis der Zeit zu stärken.


    Gert Scobel, Jahrbuch Fernsehen 2012

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    Zitat der Woche
    Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
    Out of Space
    Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)