Zitiert: Das politisch Inkorrekte ist zentral für Humor

Sagt Maren Kroymann bei „Deutschland 3000“ mit Eva Schulz. Sie findet es wichtig, sich über die eigene Position lustig zu machen, auch auf die Gefahr hin, Beifall von der falschen Seite zu bekommen. Sie wolle „das Wilde, Anarchische“ des Alterns unter die Leute bringen und nicht die „Jammerfront“ bestärken.

Tim Gieselmann, turi2.de, 09.04.2025 (online)

 

Podcast

Zitiert: Die Humorfront gilt als vermintes Gebiet

Womit erzeugt man noch heftige Lacher, womit aber eher einen Backlash? Die Humorfront gilt als vermintes Gebiet; Szenen oder Sketche, die vor einigen Jahren noch als saukomisch galten, als echte Brüller oder Schenkelklopfer, werden heute erst gar nicht mehr gemacht. Witze über Andersdenkende, anders Aussehende oder anders Liebende? Schwierig. Gags über Männer, die nicht zuhören, oder Frauen, die nicht einparken können? Macht in Zeiten von Gleichstellungsdebatten auch keiner mehr. Und Ironie will heute sowieso niemand mehr verstehen.

Josef Grübl, sueddeutsche.de, 30.10.2024 (online)

Zitiert: Der Grenzgang gehört zum Humorhandwerk

Rebellion und Subversion sind der Grundgestus der Komik. Sigmund Freud schrieb vom „ersparten Hemmungsaufwand“ beim Scherzen: Der Witz ist demnach eine Pause der Konvention, ein berauschender Moment der Enthemmung – also ein Augenblick der Entlarvung. Komik bezieht ihre kathartische Wirkung auch aus…

Zitiert: Vor jedem Witz warnen?

Denken wir den Vorgang zu Ende: Wenn eine entwässerte, artige, zahme, zaudernde Comedy jedes potenziell riskant-sensible Thema ausblendet, um bloß niemandem auf den Schlips zu treten, ist sie tot. Grenzen und Tabus sind der Feind jeder Komik – und gleichzeitig ihr wichtigster Treibstoff. Humor braucht Freiheit und Herz. Freiheit ist dabei nicht die Abwesenheit jeglicher moralischer Leitplanken. Herz wiederum bedeutet nicht, dass Humor niemals hartherzig und unversöhnlich sein kann. Der wahre Witz wohnt in der Wahrheit.

Imre Grimm, rnd.de, 19.08.2023 (online)

Zitiert: Satire mit Haltung oder unpolitischer Humor?

Wir haben in extrem politischen Zeiten eine Welle von Satire mit Haltung erlebt. Man bekommt vor lauter Haltung ja schon Rückenschmerzen. Was vernachlässigt wurde, war unpolitischer Humor, der aus der Anarchie kommt. Ich möchte einen Aufruf starten: Das deutsche Fernsehen kann mehr Schwachsinn vertragen! „Kentucky schreit ficken“ war mal lustig, ist heute noch lustig. Oder Helge Schneider! Und ich werde nicht sterben bevor ich nicht mindestens etwas vergleichbar lustiges gemacht habe. Es braucht Zerstreuung. Ich möchte auch als Zuschauer manchmal einfach glücklich sein und nicht immer Weltschmerz transportiert bekommen.

Schlecky Silberstein, dwdl.de, 18.1.2023 (online)