Lutz Marmor und Paul Kirchhof zur Werbefreiheit

Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor spricht laut horizont.net sich deutlich gegen ein Werbe-Aus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus. „Werbung hält die Beitragszahlung in Grenzen“, argumentiert er am Dienstag zum Auftakt des Deutschen Medienkongresses in Frankfurt.

 

Ein so niedrig dosiertes Maß an Werbung, wie es ARD und ZDF ausstrahlen, sei in einer Marktwirtschaft vertretbar. Dies sieht Verfassungsrechtler Paul Kirchhof anders. Zur Jahrestagung des Instituts für Rundfunkrecht an der Kölner Universität im Jahr 2011 warnte er davor, „dass Werbetreibende immer auch Einfluss auf das Programmumfeld hätten“ und sagte wörtlich: „Wer zahlt, schafft an“. Deshalb solle der Gesetzgeber die Werbefreiheit von ARD und ZDF im Rundfunkstaatsvertrag festschreiben.

 

Lutz Marmor verwies auch darauf, dass er sich nicht erinnern könne, von den Zuschauern je Klagen über die Werbung bekommen zu haben. Dabei gab es erst im Dezember eine Umfrage von TNS Emnid, in der sich 17 Prozent der Befragten wünschten, statt den Rundfunkbeitrag zu senken, die Sender werbefrei zu machen.

 

Die Werbeeinnahmen würden den Beitragszahler um 1,25 Euro im Monat entlasten, so Lutz Marmor. Damit kommt er einem aktuellen Bericht der KEF zuvor, die in den nächsten Tagen veröffentlichen will, wie „teuer“ die Werbe- und Sponsoringfreiheit ist.

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