Zitiert: Wie ein journalistischer Fehler einen Domino-Effekt haben kann

Nachrichtenagenturen sehen andere Medienberichte als vertrauenswürdige Quellen an, Agenturkunden wiederum behandelten deren Meldungen als privilegierte Quelle und verbreiten sie in der Regel ohne weitere Prüfung. Das System sei “darauf angelegt, Falschmeldungen zu verbreiten: Von einem Medium gelangen sie über den Umweg über Agenturen in alle Medien, weil an jeder Stelle in diesem Prozess die Annahme gilt, dass die Quelle vertrauenswürdig ist.”

Verstärkt werde das noch weiter durch Zentralredaktionen (in diesem Fall Funke), die den Mantel für verschiedenste Titel liefern.

Es fehlen gewissermaßen die Sicherheitslücken, wie die, die beim Domino verhindern, dass bei einem Bau-Fehler gleich Tausende Steine umfallen, statt nur ein paar vereinzelte. Das ist ein Punkt, der erstaunlich selten von Presserat und Journalistenorganisationen thematisiert wird. Dabei würden sich hier tatsächlich mal Richtlinien anbieten. Auch für eine medienübergreifende Hinweis-Kultur für Fehler unter Kolleg:innen ….

Nora Frerichmann, MDR-Altpapier, 26. Juni 2019 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)