Zitiert: Vergleichbare Entwicklungen in Wissenschaft und Dokumentarfilm?

Die Enthüllungen rund um eine fragwürdige Studie an der Universität Tübingen zeigen: Im Forschungsbetrieb werden Kritik und Zweifel auf erschreckende Weise unterdrückt. …. Die Jagd nach Fördermitteln und die Publikationsflut sind zum Selbstzweck geworden. Es gibt Forscher, die sich damit brüsten, jährlich Hunderte Publikationen anderer Kollegen zu begutachten. Seriöserweise ist das nicht zu schaffen. An vielen Lehrstühlen müssen junge Forscher bereits während der Promotionsphase mehrere Publikationen vorweisen. Ihre Vorgesetzten ebenso wie die Fachjournale sehen deutlich lieber positive Ergebnisse als negative. … Die Gefahr liegt auf der Hand, dass Nachwuchsforscher bei der Datenanalyse unter extremem Druck stehen, die vom Professor ersehnte Hypothese experimentell zu bestätigen. Die Folge muss nicht Betrug sein, aber selektive Wahrnehmung liegt nahe. Und die Hierarchen des Wissenschaftssystems werden, bewusst oder unbewusst, Mitarbeiter bevorzugen, die spektakuläre Ergebnisse liefern statt der Erkenntnis, dass sich eine Idee leider nicht erhärten lässt.

Patrick Illinger, sueddeutsche.de, 13.04.2019 (online)

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)