Zitiert: Sport statt nur Fußball im Fernsehen

Wer in diesen Wochen im Fernsehen Fußbälle rollen sehen will, muss sich wegen der Corona-Krise mit den Spielen aus der Vergangenheit begnügen. Fade Nummer oder Grund zum Jubeln? ….

Das ZDF bietet auf seiner Webseite historische Folgen des Aktuellen Sportstudios an, das damals tatsächlich noch ein Sportstudio war, kein Fußballstudio. Zu sehen ist etwa die Folge vom letzten Spieltag der Saison 1977/78, moderiert vom bereits silbrig schimmernden Dieter Kürten. …. Da wird beim Zuschauen klar, was schiefgelaufen ist in den vergangenen 40 Jahren

Trotz all dieser Sensationen wurde der Fußballblock im Sportstudio nach einer Dreiviertelstunde beendet. Es blieb noch gut Zeit für Berichte von der Eishockey-WM in Prag, vom Gymnastik-Turnier in Vöhringen und vom Kracher Wolfenbüttel gegen Gießen in der Basketball-Bundesliga – alles Sportarten, die der sich kugelfischartig aufblähende Fußball aus dem nennenswerten TV-Programm verdrängt hat. Weshalb diese Sportarten nun erst recht nicht wissen, was sie machen sollen, ohne Publikum und Eintrittsgeld.

Wenn es also irgendwie weitergeht, wäre auch das ein Ansatz zur Veränderung, nicht nur für das Fernsehen: Erkennen, dass Sport nicht nur Fußball ist.

Holger Gertz, Süddeutsche Zeitung, 11.04.2020 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)