WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung: gemeinsamer Rechercheverbund

„Kein gemeinsamer Etat, keine förmliche Vereinbarung – Georg Mascolo, früherer Spiegel-Chefredakteur und seit dem 1. Februar “Leitung des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ)”, ist gegenüber seinen Kollegen nicht weisungsbefugt“, schreibt Bülend Ürük am 14.2. auf presseportal.de

„Zumindest bei der Ankündigung klang das noch anders, WDR-Intendant Tom Buhrow lobte die Kooperation in den höchsten Tönen: „Ich freue mich außerordentlich über diese Partnerschaft. Wir bündeln unsere Kräfte in Hörfunk, Fernsehen und Print und machen den Recherchepool zu einem crossmedialen Vorzeigeprojekt für Qualitätsjournalismus.“

Wahrscheinlich ist einigen bei der ARD schnell klargeworden, dass Beitragsgelder nicht einfach so in ein gemeinsames, dauerhaftes Projekt mit einer Zeitung fließen dürfen und dies mindestens so lange, wie unklar ist, welche Gegenleistung es dafür geben kann.

Auf jeden Fall ist diese Zusammenarbeit anderer Art als jene, bei der öffentlich rechtliche Sender den Zeitungsverlagen audiovisuelle Inhalte zur Verfügung stellten, so wie der WDR der WAZ. Denn damals behielt jeder seine redaktionelle Hoheit, die Redaktionen wählten aus dem Angebot der Sender sie interessierende Beizräge aus. Nun könnte man gemeinsam Themen recherchieren und abstimmen, wie man „sie an die Öffentlichkeit ausspielt.“

Für Bülend Ürük stellt Steven Geyer in der Frankfurter Rundschau richtigerweise fest: „So beweist der erste Scoop des neuen, mächtigen Recherche-Trios zunächst nur seine Marktmacht: Wer direkten Zugriff auf die Tagesschau und eine der größten Zeitungen hat, kann leicht sein Thema auf die Agenda setzen.“

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)