Fernseh- und Filmproduktion 2015 und 2016 – Konzentration und regionale Schwerpunkte der Auftragsproduktionsbranche

Deutschsprachige Fernsehsender haben in 2015 und 2016 ein großes Volumen an Neuproduktionen bei der deutschen Produktionsbranche beauftragt. Das Gesamtvolumen lag in beiden Jahren bei 740 000 Minuten. Da parallel auch die vom Volumen viel kleinere Kinoproduktion hohe Werte erzielte, ergibt sich insgesamt für die Produktionsbranche ein im Langzeitvergleich sehr hohes Produktionsniveau.

Betrachtet man die Auftragsproduktion nach Bundesländern, hat die NRW-Branche in beiden Untersuchungsjahren ihre Führungsposition im Länderkreis noch weiter ausbauen können; der Marktanteil ist in 2016 auf 42 Prozent gestiegen. Das zweitgrößte Produktionsvolumen erreicht seit Untersuchungsbeginn beständig die bayerische Produktionsbranche.6

Der Schwerpunkt der Nachfrage hat sich deutlich zu den Entertainmentgenres verschoben haben. Doku-Soaps, Shows, Game- und Talkshows machten in den letzten Jahren fast die Hälfte der Nachfrage aus, Informationsgenres kommen nur noch auf gut ein Viertel. Allerdings ist bei den journalistischen Langformaten im Sinne eines publizistisch vielfältigen Angebots eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Sowohl für 2015 als auch für 2016 wurden jeweils neue Produktionsrekorde festgestellt. Der Anteil der Fictiongenres ist mit unter 20 Prozent so gering wie nie zuvor. Doku-Soaps waren in den Untersuchungsjahren mit einem Anteil von rund 30 Prozent erneut am stärksten nachgefragt.

Erstmals seit Jahren ist die Zahl der aktiven Betriebe sowohl in 2015 als auch in 2016 zurückgegangen. Dagegen ist die durchschnittliche Jahresproduktion der Betriebe in den Untersuchungsjahren erstmals seit 2013 wieder gestiegen. Mit 933 Minuten wurde in 2016 ein Wert wie zuletzt in 2010 erzielt. Die insgesamt eher kleinteilig strukturierte Produktionsbranche weist hohe Konzentrationswerte auf. Die fünf größten Gruppen kommen auf 34 Prozent des Produktionsvolumnes, die zehn größten Gruppen erreichen mit 50 Prozent einen höheren Wert als in den letzten zehn Jahren.

 

Horst Röper in: Media Perspektiven, 06/2018 (Weiterlesen)

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