Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich hat im vergangenen Jahr ihren aktuellen Bericht zur allgemeinen Lage veröffentlicht.
Auf zwölf der über 300 Seiten geht es um die Situation der Tageszeitungen in Deutschland, also um das, was sich gegenwärtig in immer neuen Fusions- oder Übernahme-Meldungen zeigt.
Der Bericht beschreibt ein interessantes Paradoxon. Mit über 300 Titeln gibt es in Deutschland weiterhin eine Zeitungsvielfalt, die aus der Perspektive anderer europäischer Länder wie ein Zeitungsschlaraffenland erscheinen muss.
Diese Zeitungen genießen weiterhin ein enormes Vertrauen. Sie erreichen über ihre Online-Angebote sogar mehr Menschen als früher, auch jüngere. Die Menschen scheinen sich also durchaus für das zu interessieren, was in ihrer Gegend so los ist. Nur: Viele sind nicht bereit, dafür zu bezahlen.
Die Papierzeitung ist für viele als Informationsquelle keine Option mehr. Mit ihr verdienen viele Zeitungen aber weiterhin Geld.
Die digitalen Erlöse und das Geschäft mit den E-Paper-Ausgaben wachsen deutlich. Aber die Erlöse reichen (mit einigen Ausnahmen, etwa der Gruppe um die „Neue Osnabrücker Zeitung“) nicht aus, um den wegbrechenden Umsatz durch die sinkenden Abozahlen auszugleichen und die hohen Zustellkosten zu finanzieren.
Ralf Heimann, MDR Altpapier, 12.03.2026 (online)

