Zitiert: Wie man einen Film-Erfolg generiert

 

Uwe Bolls FSK-Skandalfilm mit Armie Hammer erreicht dank Elon Musk Millionen. Dabei zeigt er vor allem einen Spießbürger im Blutrausch. Ein Film, den unter normalen Umständen niemand gesehen hätte, beschäftigt seit Wochen die Republik. […]

Ein trashiger, billig produzierter Streifen, der regulär im Kino sang- und klanglos untergegangen wäre, erreichte so ein Millionenpublikum. Der „Layla“-Effekt – ein Werk wird erst durch die Empörung über seine angebliche Unterdrückung zum Hit – funktionierte auch hier.

Das ist die eigentliche Pointe dieser Geschichte: Es brauchte nur einen Regisseur, der laut genug „Zensur“ ruft, und einen Milliardär, der die Aufmerksamkeitsströme lenkt. So wird selbst einer der schlechtesten Filme des Jahres zum Politikum. Nicht weil er etwas zu sagen hätte, sondern weil das System der digitalen Öffentlichkeit jeden Kulturkampf belohnt, egal wie dürftig sein Anlass ist.

Bernd Müller, Telepolis, 07.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)