Tech-Konzerne haben politische Werbeanzeigen verboten. Die Wahlkämpfe in Ostdeutschland scheinen dadurch nicht ärmer, sondern vielfältiger geworden zu sein. Allerdings hat die Bedeutung von Social-Media-Algorithmen zugenommen – und die belohnen Populismus. […]
Das Verbot zwinge Parteien dazu, Reichweite wieder organisch aufzubauen, statt sie einfach einzukaufen. Das sei kein Nachteil für die politische Debatte, sondern hebe die Qualität, weil man rhetorisch und inhaltliche überzeugen müsse. „Wer auf Substanz setzt, statt nur auf Werbebudget, erreicht die Menschen auch ohne gekaufte Sichtbarkeit.“
„Statt bezahlter Reichweite kommt es stärker darauf an, mit guten Inhalten organische Aufmerksamkeit zu erzeugen und eine eigene Community aufzubauen und zu pflegen“, sagt auch Ruben Engel von den Grünen in Sachsen-Anhalt.
Doch ganz so einfach machen es die Plattformen den Wahlkämpfer:innen nicht. Was tatsächlich Reichweite erhält und was nicht, darüber bestimmen schließlich vor allem die Algorithmen der Konzerne.
Und so versuchen die Wahlkämpfer:innen derzeit, ihre organische Reichweite zu steigern, indem sie möglichst viele Interaktionen mit ihren Inhalten auslösen. Ein zentrales Element hierfür ist bei allen Parteien der Aufbau eigener Communities und die Verstärkung der eigenen Inhalte durch Multiplikator:innen.
Ingo Dachwitz, netzpolitik.org, 02.09.2026 (online)

