Dass Geflüchtete je nach Herkunft unterschiedlich dargestellt werden, ist kein Zufall. Medien folgen bestimmten Nachrichtenlogiken. Konflikt, Kriminalität und Zuspitzung gelten als besonders aufmerksamkeitsstark – sie werden häufiger geklickt als gelungene Alltags- oder unspektakuläre Integrationsgeschichten. Wiederholen sich solche Themen über Monate hinweg, prägen sie das Gesamtbild. Eines, in dem Geflüchtete vor allem als Ausnahme, Problem oder Gefahr erscheinen. „Durchschnittliche“ Menschen, die arbeiten gehen, Kinder großziehen, sich durch Behörden kämpfen oder einfach versuchen, ihr Leben zu organisieren, kommen kaum vor. Frauen, Familien, ältere Menschen spielen in dieser Berichterstattung fast keine Rolle.
So entsteht ein verzerrtes Bild. Nicht unbedingt, weil einzelne Artikel falsch wären oder Tatsachen verdreht werden, sondern weil sie immer wieder dasselbe erzählen. Und genau das beeinflusst, wem Zugehörigkeit und Würde selbstverständlich zugeschrieben werden.
Emilija Ilic, kobuk.at, 14.04.2026 (online)

