Zitiert: Wie ein verzerrtes Bild entsteht

Dass Geflüchtete je nach Herkunft unterschiedlich dargestellt werden, ist kein Zufall. Medien folgen bestimmten Nachrichtenlogiken. Konflikt, Kriminalität und Zuspitzung gelten als besonders aufmerksamkeitsstark – sie werden häufiger geklickt als gelungene Alltags- oder unspektakuläre Integrationsgeschichten. Wiederholen sich solche Themen über Monate hinweg, prägen sie das Gesamtbild. Eines, in dem Geflüchtete vor allem als Ausnahme, Problem oder Gefahr erscheinen. „Durchschnittliche“ Menschen, die arbeiten gehen, Kinder großziehen, sich durch Behörden kämpfen oder einfach versuchen, ihr Leben zu organisieren, kommen kaum vor. Frauen, Familien, ältere Menschen spielen in dieser Berichterstattung fast keine Rolle.

So entsteht ein verzerrtes Bild. Nicht unbedingt, weil einzelne Artikel falsch wären oder Tatsachen verdreht werden, sondern weil sie immer wieder dasselbe erzählen. Und genau das beeinflusst, wem Zugehörigkeit und Würde selbstverständlich zugeschrieben werden.

Emilija Ilic, kobuk.at, 14.04.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)