Zitiert: Was wäre, wenn niemand mehr für Onlinejournalismus bezahlen müsste?

Ohne Paywalls wäre die Medienbranche ein besserer Ort. Ein Gedankenexperiment über Journalismus als Gemeingut […]

„Trittbrettfahrer“ werden nicht als Risiko bemängelt, sondern als Realität und logischer Teil des Systems anerkannt. Das Problem der Paywalls liegt dabei weniger in der technischen Umsetzung als in der darin enthaltenen Logik: Auf den ersten Blick erscheint eine Bezahlschranke plausibel. Wer Inhalte nutzen möchte, zahlt. Journalismus gewinnt aber gerade dann an Bedeutung, wenn möglichst viele Menschen ihn nutzen können.

Der Zugang zu Informationen ist keine einfache Ware, sondern Voraussetzung für Teilhabe an demokratischen Prozessen und gesellschaftliche Mitbestimmung. Ein Artikel verliert nicht an Wert, wenn viele Menschen ihn lesen, ganz im Gegenteil: Sein gesellschaftlicher Nutzen wächst. Wer Journalismus unterstützt, kauft kein Produkt, sondern beteiligt sich an der gemeinsamen Finanzierung einer öffentlichen Infrastruktur. Leser:innen werden nicht als Kundschaft verstanden, sondern als Mitträger:innen eines Systems. Niemand würde Bibliotheken kritisieren, weil viele Menschen dort Bücher lesen. Warum sollte es bei Nachrichten anders sein? […]

Die eigentliche Utopie besteht nicht darin, Journalismus kostenlos zu machen, sondern darin, ihn als öffentliches Gut zu begreifen.

Mika Fugmann, taz.de, 04.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)