Jeder Nutzer, jede Nutzerin bekommt eine algorithmisch kuratierte Version der Realität geliefert – aber kaum jemand ist sich bewusst, wie stark diese Filterung ist und nach welcher Logik sie funktioniert. Algorithmen optimieren auf Engagement, nicht auf Wahrheit oder gesellschaftliche Ausgewogenheit. Was polarisiert, empört oder ängstigt, wird systematisch weiterverbreitet – nicht, weil jemand das so entschieden hat, sondern weil es das Nutzerverhalten am stärksten antreibt. Was die Öffentlichkeit konkret nicht weiß: in welchem Ausmaß diese Mechanismen politische Meinungsbildung beeinflussen, wie stark Filterblasen tatsächlich sind und wie schnell sie entstehen.
Simon Meyer, faz.net, 09.06.2026 (online)

