Der Audio-Bereich ist der eigentliche Kulturträger der SRG. Am Fernsehen hingegen läuft Kultur mehrheitlich nach Mitternacht – und auf Online und Social Media ist der Kulturanteil am geringsten.
Die SRG hat am Mittwoch erstmals eine systematische Analyse ihrer Kulturleistungen vorgelegt. Die Studie «Zwischen Jodeln, Jazz und Jugendliteratur» hat 4890 redaktionelle Beiträge aus einer künstlich konstruierten Woche des Jahres 2025 untersucht – die einzelnen Wochentage stammen aus verschiedenen Monaten. Untersucht wurden Beiträge aus Fernsehen, Audio und Podcasts, Online-Beiträgen und Social Media aller Regionaleinheiten.. […]
Bemerkenswert an den Ergebnissen der Analyse ist, dass die SRG mit ihren Kanälen kulturelle Aktivitäten nicht nur dokumentiert, sondern massgeblich selbst erzeugt und gestaltet. […]
Die Berichterstattung ist dabei stark personenbezogen – und mehrheitlich männlich geprägt: Nur rund ein Drittel der dargestellten Personen sind Frauen. Die SRG verweist selbst auf diesen Nachholbedarf. […]
Das Fernsehen widmet 15,9 Prozent seiner Sendezeit kulturellen Themen. 51,7 Prozent dieser Kulturbeiträge laufen jedoch erst im Nachtprogramm. Beim textbasierten Online-Angebot liegt der Kulturanteil ähnlich tief: 13,4 Prozent der gesamten Zeichenzahl stammen von Beiträgen mit Kulturbezug. […]
Methodisch sieht Suisseculture noch Luft nach oben: Eine schärfere Abgrenzung zwischen Kultur und Unterhaltung sei nötig, ebenso eine Unterscheidung zwischen Schweizer und ausländischem Kulturschaffen sowie zwischen lebenden und verstorbenen Kulturschaffenden. Auch eine Qualitätsanalyse fehle bisher.
persoenlich.com, 21.05.2026 (online)

